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Walter Hampf triumphiert doppelt in Blackwood

In einem fernen Land, wo der Sinn des Lebens nicht 42 sondern das Streben nach Geschwindigkeit ist, existiert seit nun bald 15 Jahren eine sagenumwobene Rennstrecke. Der Blackwood Grand Prix Kurs ist 3,3 km lang und beherbergt 7 Kurven sowie eine ewig lange Gerade auf die alleine wahrscheinlich schon ein drittel der Streckenlänge entfällt. Viel Platz für Windschattenduelle und heiße Drifts mit den Boliden der Back to the Roots.
Bei 15°C, leichter Bewölkung und etwas Wind bereiten sich die Fahrer auf die bevorstehende Qualifikation sowie die beiden folgenden Rennläufe vor. Im Fahrerlager herrschen diverse Diskussionen. Von Reifenmischungen über Getriebeübersetzungen und die richtigen Gänge für die falschen Kurven bis hin zu Scheibenwischerblättern ist alles und noch viel mehr im Gespräch. Doch ehe man sich versieht ist 20:45 und damit Qualy-Time!

Die Qualifikation

Schluss mit Gequatsche, jetzt qualmen die Reifen in den Outlaps und die Fahrer zeigen nach und nach ihr Können auf einer schnellen Runde. Nach den obligatorischen 15 Minuten steht ein Name ganz oben auf dem Zeitentablo: Walter Hampf. Mit einer 1:16,636 hat er mit seinem BMW E30 der Konkurrenz im Benz ein richtiges Brett hingelegt. Thomas Edlbergmeier schafft es mit einer 1:17,016 nicht die Schallmauer der einen Minute und 17 Sekunden zu durchbrechen. Startplatz zwei für ihn. Michel Behrendt schafft den Umlauf in 1:17,342 und ist damit quasi Führender der Verfolgertruppe. In der kommenden Sekunde scharen sich nämlich die Fahrer Scheuermann, Konieczny, Taito, Schauderna usw. bis hin zu Platz 15 (Markus Rörsch 1:18,337). Dank des dichten Fahrerfeldes mit insgesamt 19 Startern und der quirligen Streckencharakteristik sind Rennaktion und Spannung vorprogrammiert.

Lauf 9 der BttR

Auch im fernen Land der Fiktion ist das Signal zum Rennstart geprägt vom gleichzeitigen Erlischen mehrer roter Lichter. 19 linke Füße lassen zeitgleich ein Kupplungspedal unter Ihrem Fuß schlagartig weggleiten. Nur Günter Jahn war etwas schneller, was für ihn eine Durchfahrtstrafe durch Boxengasse bedeutet. In Summe rund 6650 PS lassen die 19 historischen Boliden auf den Bremspunkt der ersten Kurve zupreschen. Ein besonders ambitionierte Thomas Edlbergmeier prescht sogar länger als alle anderen, in der Hoffnung die Krone der Führung von Walter Hampf übernehmen zu können. Er schafft es auch, aber die Freude währt nur kurz. Sehr kurz. Mit weit aufgerissenen Augen sieht Turbo-Thomas die Streckenbegrenzung der ersten Kurve auf sich zu und den Bremspunkt bereits an sich vorbei fliegen. Rebellierend qualmende Vorderräder können jedoch Schlimmeres verhindern und Edlbergmeier reiht sich hinter einem grinsenden Tobias Taito auf Platz drei wieder ein. Walter Hampf nutzt derweil den Schreck und baut umgehend ein Pölsterchen zu seinen Verfolgern auf. Im Rest des Feldes verläuft der Start gesittet. Es wird vor der ersten Kurve etwas getastet und auf der langen Graden erfolgen bereits die ersten Windschattenspiele: Thomas Edlbergmeier kämpft sich zurück auf P2. Dahinter machen Roland Weis, Stefan Konieczny und Heiko Scheuermann die Plätze fünf, sechs und sieben unter sich aus.

Weitere Verlauf des Rennens

So scheinen die vorderen Positionen erstmal zementiert, während es zu einigen Schwarmützeln im Mittelfeld kommt. Roland Weis duelliert sich mit Stefan Konieczny, Josef Edlbergmeier verbremst sich wie sein Teamkollege zuvor in Kurve eins und muss Thomas Schacht passieren lassen.

In Runde fünf kommt es zwischen Michel Behrendt und Heiko Scheuermann zum memotec-internen Platztausch. Allerdings kann Heiko die gewonnen Position nicht lange behalten. Auch er fällt dem fiesen Bremspunkt von Kurve eins zum Opfer und muss eine Gegener ziehen lassen bevor er sich erneut ins Getümmel stürzen kann.

Im engen Schlagabtausch um Platz drei kegeln sich Stefan Konieczny und Tobias Taito zu Gunsten eines lachenden Dritten, namentlich Michel Behrendt, am Ende der langen Graden ins Kiesbett. Behrendt fährt so in sich hineingrinsend auf P3 bis zum Ende des Rennens. Nach etlichen weiteren Positionswechseln und spannenden Mehrkämpfen im gesamten Fahrerfeld darf Walter Hampf verdient den Siegerpokal in seinen Händen halten. Er und Thomas Edlbergmeier auf Platz zwei haben ihr Rennen weitestgehend ohne Fremdeinwirkungen abgespult und Ihre Startpositionen am Ende behalten. Hinter Michel Behrendt kann sich Stefan Konieczny Platz vier sichern. Fünfter wird Josef Edlbergmeier, gefolgt von Robert Schauderna und Roland Weis. Der angeschlagene Tobias Taito überquert als achter die Ziellinie. Heiko Scheuermann und Günter Jahn komplettieren die TopTen des ersten Rennens. Somit wird Jahn im zweiten Lauf des Abends von der Pole Position aus das Rennen eröffnen.

Lauf 10 der BttR

Wie bereits im ersten Rennen ist Günter etwas nervös. Kein Wunder wenn man plötzlich als erster an der Startlinie steht und die wilde Horde anführen darf. Die Flucht nach vorne tritt er dann aber doch wie schon im ersten Rennen etwas zu pünktlich an, was ihm erneut eine Drive-Through-Starfe beschert. Der BMW hat aber auch eine bissige Kupplung…

Das Fahrerfeld sortiert sich für die erste Kurvenkombination. Markus Rörsch will unbedingt an Jürgen Dost vorbeiziehen. Es wird eng, zu eng und die beiden drehen sich ein. Weiter vorne hat Michel Behrendt alle Hände voll zu tun seinen Mercedes auf der Strecke zu halten. Robert Schauderna klebt förmlich an der linken Ecke der Behrendt’schen Stoßstange. Ausgangs der Schikane geht den beiden der Platz aus und Behrendt rutscht ins Grün. wertvolle Positionen fliegen vorbei während Michel wild kurbelnd den Wagen wieder unter Kontrolle bringt.

Roland Weis sieht schwarz

Am kurz vor Ende der ersten Runde kann Josef Edlbergmeier gut auf Roland Weis aufschließen. Sogar so gut, dass der Abstand zwischen den Stoßstangen gegen Null tendiert. Edlbergmeier versucht noch mit blockierenden Vorderrädern das Schlimmste zu verhindern, aber es kommt zum Auffahrunfall beim Anbremsen der Bergauf-Links zum Avon-Tyres Bogen hin. Weis kann nicht mehr bremsen und ihm wird schwarz vor Augen. Nicht etwa aufgrund von Kreislaufproblemen sondern wegen der Reifenstapel die seine Reise ins Grün auf unsanfteste Weise bremsen. Dank diesen kann er jedoch, bis auf ein paar Prellungen unverletzt, fluchend wie ein Rohrspatz aus seinem BMW-Wrack aussteigen. Das Rennen ist gelaufen.

Die invertierten TopTen-Platzierungen sorgen noch für viele weitere Positionskämpfe. Walter Hampf und Thomas Edlbergmeier pflügen zum Teil durch die gegnerischen Lücken. Edlbergmeier kann sich sogar mit dem Bremspunkt von Kurve eins anfreunden. Zu Beginn der dritten Runde bremst er sich hier auf letzter Rille an Thomas Schacht vorbei und stibitzt sich die zweite Position hinter Tobias Taito. Diesen wiederum kann er einige Zeit später unter dem Avon-Bogen hindurch ausbeschleunigen und sich so zunächst die Führung aneignen.

Verdienter Sieger in den letzten Minuten

Ausdauer beweist an diesem Abend aber ein Fahrer ganz besonders. Walter Hampf treibt seinen BMW zu Spitzenleistungen. Position um Position ergattert er sich und klettert im Tower des Live-Streams (mal wieder grandios kommentiert von T. Heselmann!) nach oben. Knapp vier Minuten vor Rennende kommt der erste Angriff auf den bis dahin führenden T. Edlbergmeier. Bremspunkt verfehlt und sofort ist die Führung wieder dahin. “Cool bleiben”, denkt sich Walter “die nächste Kurve kommt.” Und genau so ist es. Dieses mal verbremst sich Edlbergmeier und Hampf kann sich den Hattrick an diesem Abend sichern. Pole und zweimal ganz oben auf dem Treppchen. Verdient!

Thomas Edlbergmeier erklimmt erneut den zweiten Podestplatz. Auf Platz drei reiht sich Thomas Schacht vor Tobias Taito ein. Josef Edlbergmeier wird fünfter und kann so für das Team Edlbergmeier Motorsport weitere Punkte holen. Günter Jahn wird trotz Druchfahrtstrafe noch dreizehnter.

Zwischenstand nach 10 Läufen der BttR

Die Punktetabelle könnte nicht spannender sein. In Führung liegen punktgleich mit 177 Zählern Josef Edlbergmeier und Michel Behrendt. Platz 3 hält Tobias Taito mit 168 Punkten. Walter Hampf kann durch seine Aufholjagd den Abstand auf Platz drei auf nun mehr nur noch 11 Punkte (157) reduzieren. Es ist also noch alles offen.

In der Team-Wertung zeigt sich die Dominanz des Edlbergmeier Motorsport Teams. 312 Punkte sprechen für sich. Das Team memotec (M. Behrendt/H. Scheuermann) liegt mit 265 Punkten auf Platz zwei. Platz drei hat das Walter & White Heisenberg Racing Team inne, bestehend aus Walter Hampf und Roland Weis.

Wie geht’s weiter?

Für die beiden kommenden Läufe kehren wir wieder in die Realität zurück. In die österreichische Red Bull Realität um genau zu sein. Gefahren wird die kurze National-Konfiguration. Hoffen wir dass alle Fahrer bis zum 29.11.2017 Ihre Oldies wieder fit gemacht haben.



Pokal Rennergebnis

Gold Rennsieger: Walter Hampf

Silber 2. Platz: Thomas Edlbergmeier

Bronze 3. Platz: Michel Behrendt

Pokal Rennergebnis | Rennen 2

Gold Rennsieger: Walter Hampf

Silber 2. Platz: Thomas Edlbergmeier

Bronze 3. Platz: Thomas Schacht

2 Antworten zu “Walter Hampf triumphiert doppelt in Blackwood”

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