Im Vergleich zu den 71er Formel 1- Boliden der vergangenen Woche wird es diesmal bedeutend langsamer – aber keinesfalls weniger actionreich. Die Fahrzeuge der Gruppe A-Ära der Australian Touring Car Championship stehen auf dem Programm – optisch relativ seriennahe, aber bis zu 500PS starke und mit hervorragender Fahrwerkstechnik ausgestattete Tourenwagen mit einer beeindruckenden Marken- und Konzeptvielfalt. Klassische V8-Sauger aus den Häusern Holden, Ford oder Rover treffen auf Turbomonster wie den Nissan Skyline, Toyota Supra oder Volvo 240. Dazwischen tummeln sich Außenseiter wie der V12-Jaguar XJS oder der herrlich klingende, driftfreudige BMW 635csi.
Passend zu den Fahrzeugen geht es auf den Lakeside International Raceway im Nordosten Australiens. Die schon 1961 eröffnete Strecke zeichnet sich durch ein seit der Eröffnung nahezu unverändertes Layout aus und war im Laufe ihrer langen Geschichte einer der wichtigsten Austragungsorte der ATCC – in der Frühphase der Serie sogar zeitweise der einzige Kurs im Kalender. Mit nicht einmal 2,5 km Streckenlänge ist der Kurs kurz, aber dennoch sehr schnell. Die lange, von einer Vollgaskurve gefolgte Startgerade macht beinahe die Hälfte der Streckenlänge aus, interessant wird aber vor allem die zweite Streckenhälfte. Hier geht es in einem flüssigen, aber hügeligen Geschlängel zurück an den Anfang der Startgeraden – über Kuppen, durch Senken und vor allem mit beachtlichen Bodenwellen. Kombiniert mit hohen Curbs ist es hier die Regel, dass die Fahrzeuge das Kurveninnere Vorderrad abheben, und eine bewusst weicher und höher gewählte Aufhängung könnte trotz des daraus folgenden, schwammigeren Fahrverhaltens von Vorteil sein.
Größte Herausforderung ist – wie immer bei den ATCC Gr. A-Boliden – das Temperaturmanagement der Reifen. Gerade in ihrer weichen Mischung verzeihen diese keinen aggressiven Fahrstil und überhitzen bei Durchdrehen, Blockieren oder Rutschen schnell. Die härtere Mischung kann man beherzter fahren – bezahlt dafür aber mit weniger Grip. Was über die Renndistanz schneller ist wird sich herausstellen. Wir können gespannt sein!
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