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Gruppenkuscheln in Knutstorp

Drei Rennabende sind mittlerweile vergangen, und die Touring Classics-Saison nimmt zunehmend an Fahrt auf. Nachdem sich die Fahrer zuletzt in einem Langstreckenrennen auf dem schnellen und flüssigen Circuit de Spa-Francorchamps beweisen mussten, folgt nun das maximale Kontrastprogramm. Es geht nach Schweden, auf den winzigen Ring Knutstorp, der mit gerade mal 2080 Metern Streckenlänge und Rundenzeiten von weniger als einer Minute einer der kürzesten Austragungsorte im Rennkalender ist. Was Knutstorp so besonders macht, ist der seit 1970 unveränderte Streckenverlauf – in Zeiten von immer mehr zubetonierten Kiesbetten und entschärften Kurven ein wahrhaft seltener Glücksfall. Trotz seiner extrem niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeiten bringt der Kurs die Piloten der historischen Tourenwagen gewaltig ins Schwitzen. Der Asphalt ist nicht sonderlich griffig, auf heftige Bremszonen folgen scharfe Kehren, und wenn aus diesen wieder im niedrigen Gang herausbeschleunigt wird, winseln die angetriebenen Reifen um Gnade. Besonders zu schaffen macht den betagten Fahrwerken aber das extrem unebene Streckenprofil. In Knutstorp geht es über Berg und Tal, mit heftigen Steigungen und Gefällen, mehreren uneinsehbaren Kurvenkombinationen und vor allem: mit brutalen Bodenwellen.

Knutstorp zwingt auch die besten Fahrwerke in die Knie

Selbst die sonst für ihr herausragendes Fahrverhalten bekannten BMW M3 und Mercedes 190E Evo II entwickeln hier ein unliebsames Eigenleben und lassen ihren Fahrern keine ruhige Minute. Wer hingegen auf einem fahrwerksmäßig nervöseren Fabrikat vom Schlage eines Opel Omega oder Ford Mustang unterwegs ist, geht in den drei 20-Minütigen Rennen des Abends durch die Hölle und lernt, dass auch die breitesten Hinterreifen nur dann adäquate Traktion bereitstellen, wenn sie Kontakt zur Fahrbahnoberfläche haben. Was meistens nicht der Fall ist. Andere Autos, insbesondere der hochbeinige Volvo 240 Turbo, sind speziell in der letzten Kurvenkombination äußerst kippgefährdet und wurden im Rahmen der Trainingsvorbereitungen schon mehrfach aufs Dach gelegt. Die Schwergewichte im Feld wiederum, der Nissan Skyline und der Audi V8 DTM, fühlen sich hier trotz Allradantrieb in etwa so wohl wie ein Supertanker im Jachthafen. In den engen Kurven zieht die Masseträgheit einfach gnadenlos nach außen, und die durch das Motorbremsmoment zusätzlich belasteten Vorderräder erweisen sich hier eher als Nachteil, den sie auch mit ihrem enormen Vortrieb nicht mehr vollständig ausgleichen können. Wirklich zufriedenstellend liegt hier keines der Fahrzeuge.
Gerade das macht allerdings den Reiz dieses Events aus. Ein Blick ins Leaderboard verrät, dass die Rundenzeiten hier erstaunlich dicht beieinander liegen und bei Weitem nicht der durch die Punktemultiplikatoren vorgegebenen Abstufung folgen. Gerade für die Piloten der langsameren, mit einem hohen Multiplikator versehenen Autos bietet sich hier also eine exzellente Chance, massenhaft Punkte einzustreichen und die vermeintlichen Favoriten zumindest vorübergehend in ihre Schranken zu weisen.
Eine besondere Bedeutung wird dabei der Qualifikation zukommen, denn durch die kurze Rennlänge, die überaus geringe Fahrbahnbreite und den Mangel an längeren Geraden gestaltet sich das Überholen hier außerordentlich schwierig – zumindest, wenn es sauber und ohne Lackaustausch über die Bühne gehen soll. Es ist davon auszugehen, dass dies die Piloten nicht davon abschrecken wird, es trotzdem zu versuchen.

Die Voraussetzungen für ein spannendes und spekatkuläres Event sind also gegeben, für die fachkundige Moderation sorgt wie gewohnt Sebastian Gerhart. Das solltet ihr nicht verpassen!


Link zum Stream: youtube.com/c/SimracingUnited/live
Moderator: Sebastian Gerhart
Streamstart: 10.11.2017, ca. 20:00 Uhr


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