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Der Sonne entgegen – GT3 Trophy an der Algarve

Es war Portugal. Da nahm das Schicksal seinen Lauf. Wie das Leben so ist. Unberechenbar. Gnadenlos. Und manchmal doch ganz lustig. So auch beim fünften Lauf der GT3 Trophy an der Algarve in Portugal. Wieder stand ein buntes Fahrerfeld am Start des knapp 4,7 Kilometer langen Kurses, der sich recht hügelig durch die Landschaft im Süden Portugals zieht.

Das Rennen beginnt

Polesetter Bastian Spitzner konnte sich vor Jura Petritchenko plazieren, dahinter Grothe, Walter und Sanders, gefolgt von Taito und Heger. Also ein brisantes Startpaket. Doch Spitzner verhaut den Start völlig und wird bis auf Rang sieben durchgereicht, Petrichenko geht an die Spitze, hat kurz darauf Walter im Nacken. Grothe fällt, auf Platz zwei liegend, einem gravierendem Verbremser von Behrendt zum Opfer, der beide von der Strecke schiebt. Das Spitzenduo setzt sich daraufhin etwas ab.

Kreisbahnen

Thord Johnson befindet sich mitten im Mehrkampf, als die Haftungsgrenze seiner Hinterreifen diesen bösen Punkt erreicht, ihn um 180° dreht und ans Ende des Feldes befördert.  Im Mittelfeld muss sich Herbert Putz schon gegen den vehement attackierenden Schampera wehren. Doch während Behrendt und Petritchenko samt Walter im Respektabstand vorwegfahren, bleibt Tobias Taito auf Rang vier liegend auf Tuchfühlung mit der Spitze. Sein Audi R8 mit der Nummer 11 röhrt fröhlich vor sich hin, die Gänge flutschen nur so rein und raus, das Gaspedal beschleunigt fast von alleine.  Das Rennfahrerleben könnte so schön sein, würden nicht Bastian Spitzner, Alexander Grothe und auch Georg Heger hinter ihm so vehement drängeln.

Innenansichten

Verweilen wir mal eine Runde in Taitos Cockpit und schauen ihm bei der Arbeit zu. Start-/Ziellinie entlang, am Ende zeigt der Tacho 270 km/h, Taito schnauft hörbar, als ein beherzter Tritt auf die Bremse seinen Audi bis auf 140 km/h runterbremst, bevor es rechts die Primeira entlanggeht. Vordermann Markus Walter groß im Blick, geht es die nächste schnelle Rechts weiter, bevor die scharfe Lago-Kurve rechts die Steigung hinauf mit knapp 70 km/h umschifft wird. Tobias hält das Lenkrad umkrampft, lächelt gequält, aber fokussiert. Im ersten Gang geht es um die folgender Torre Vip links herum,  die kommende schnelle Links-Rechts-Kombination nimmt er klitschkomäßig, bevor es wieder eng rechts um die Samsung-Kurve geht. Wieder bergauf, das TÜV-Zeichen auf Walters Z4 kaum noch erkennend, geht es in die nächste schnelle Linkskurve, bis zur Portimao, die nochmal die Bremsen fordert und rechts hinab in eine Senke führt. Wieder hinauf, und Taito spürt den Double-Whopper mit extra Käse und Caramel-Sauce, den er zur Stärkung vor dem Rennen hatte. Die folgende rechtsumfassende Sagres geht wieder im zweiten Gang, bevor es mit Volldampf wieder Richtung Start-Ziel geht, allerdings will die letzte Rechtskurve, die Galp, mit sanftem Gasfuß genommen werden.

Positionswechsel

Der Kampf um den Einstieg in die Top Ten zeigt sich eng und hart. Ralf Stingl jagt Tobias Altner vor ihm, der wiederum an Heiko Sanders drängelt. In der Lagos bergauf hat der Ferrari 488 GT3 von Altner mehr Druck, geht an Sanders vorbei, und Stingl fährt einfach mal hinterher, wenn der Platz schon mal da ist. Altner enteilt allerdings nach einigen Runden, dafür tritt Thomas Schacht hellblau und formatfüllend im Rückspiegel in Erscheinung. Stingl bleibt am Gas, hat aber Stephan Gautschi vor sich, der schwerer zu überholen ist als dien Titanic mit einem Paddelboot. Dieser Überholversuch zieht sich rundenlang hin, bis irgendwann die Sicht nach vorne frei ist, allerdings drängelt nun Kevin Schampera von hinten, und zwar enger als die Schlange bei Aldi an der Kasse. Stingl muss alle Register seines fahrerischen Könnens ziehen, um sich zu verteidigen.

Resultierende Momente

Springen wir ans Ende des Rennes, da uns kaum Platz bleibt, alle packenden Rennszenen zu beschreiben. Interessierten sei der Stream zum Rennen ans Herz gelegt. Es gewinnt Jura Petritchenko vor Michel Behrendt, Dritter wird Georg Heger, vor Alexander Grothe und Tobias Taito. Allein die fünf Ausfälle zeigen, das Strecke und das anspruchsvolle Fahrerfeld ihren Tribut zollen. So liegt in der Gesamtwertung Jura Petritchenko weiter mit 180 Punkten vorn, Ralf Stingl, im Rennen auf Platz 11, mit 146 Punkten eng vor Sascha Krupp, der 142 Zähler aufweisen kann. Das Team No-Name-Racing (Petritchenko/Grothe) liegt mit 313 Punkten weit vorn, Metal of Honor Engineering 2 mit Hübner und Sanders mit 260 Punkten sicher auf Rang 2, das Black Hawk Racing Team um Gautschi und Stingl ist mit 218 Punkten aktuell Dritter.

Wir freuen uns mal auf das kommende Rennen in Jerez am 23.11.2017.

 


Pokal Rennergebnis

Gold Rennsieger: Jura Petritchenko

Silber 2. Platz: Michael Behrendt

Bronze 3. Platz: Georg Heger

2 Antworten zu “Der Sonne entgegen – GT3 Trophy an der Algarve”

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