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W. Hampf – Der ewig zweite in Virginia

Zum 60-jährigen Jubiläum des Virginia International Raceway, kurz VIR, haben sich die Fahrer der Back to the Roots eine Überfahrt aus dem verregneten England an die sonnige Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika gegönnt. Die alten DTM-Haubitzen sind nach den ersten beiden ereignisreichen Läufen notdürftig zusammengeflickt worden, die Toupets sind frisch blondiert und Twitter weiß darüber natürlich Bescheid. Somit ist alles bereit für kommende Heldentaten.

Wie schon in Brands Hatch wird nicht das volle Layout des VIR gefahren, sondern der spektakuläre North Course, der stellenweise Nordschleifen-Charakteristik an den Tag legt: Berg- und Talfahrten zusammen mit fiesen Kurven deren Bremszonen oder Scheitelpunkte direkt auf kleinen Kuppen liegen, stellen auch die Routiniers unter den Fahrern vor Herausforderungen.

Die Qualifikation

Pünktlich um 10:30 Ortszeit heulen die Motoren in der langgestreckten Boxengasse parallel zur Front Straight auf und verkünden somit den Start der Qualifikation. Nach viel zu kurzen fünfzehn Minuten steht die Startreihenfolge fest: Michel Behrendt vom Team memotec sichert sich trotz seines schicken englischen 30-kg-Koffers auf dem Beifahrersitz mit einer 1:30,485 die Pole-Position. Nur 38 Tausendstel (!) dahinter sortiert sich Walter Hampf (1:30,523) ein und erkämpft sich damit seine erste Zweit-Platzierung an diesem Renntag. Tobias Taito (1:31,038) und Robert Schauderna (1:31,331) teilen sich die zweite Startreihe, gefolgt von Thomas Edlbergmeier, der sich mit 50 kg Ballast aus England auf Platz 5 (1:31,453) einsortiert. Seinem Team-Kollege Josef Edlbergmeier machen die 40 kg wohl mehr zu schaffen: P7 mit einer 1:31,777. Das Liebig Motorsport Team ergattert die Startplätze 6 (Matthias Liebig) und 10 (Manuel Liebig). Insgesamt stehen 19 Fahrer im Starterfeld und brennen darauf Ihre Oldies in die erste Kurve zu werfen.

Lauf 3 der BttR

Rhythmisch werden die Motoren immer wieder hochgedreht. Der linke Fuß ist bereit jederzeit die Kupplung optimal schnalzen zu lassen. Die roten Ampeln gehen aus und Pole-Setter Michel Behrendt setzt zu einem souveränen Start-Ziel-Sieg an. Doch so einfach wie das klingt war das Rennen bei weitem nicht für alle.

Zunächst gilt es unbeschadet die erste Kurve zu überstehen. Während Behrendt sich allein die Kurve zurecht legen kann, gehen Walter Hampf und Tobias Taito bereits im Parallelflug in den Horseshoe. Hampf behält die Nase vorn bis er zum Ende der ersten Runde etwas zu optimistisch am Gas ist, sich von seiner eigenen Hinterachse überholen lässt und von P2 auf P6 zurückfällt.

Er ist allerdings nicht der erste, der zeigt, was seine Heckschleuder bezüglich Übersteuern so drauf hat. Benjamin Oses kommt bereits im Kampf mit Manuel Liebig am Anfang der Snake leicht aufs Grün und spielt unfreiwillig Bowling mit Urs Nüssle und dem nachfolgenden Bernhard Jansen. Seine folgende Aufholjagd bringt ihn bis auf P10, was die Pole-Position in Lauf 4 bedeutet.

Weiter vorne wiederum liefert sich Tobias Taito einen harten Kampf mit den Gebrüdern Edlbergmeier die ihn zunächst auf P5 verdrängen. Anschließend wird Taito von Robert Schauderna Eingangs Hog Pen in einen Dreher gestupst. Platz 8 am Ende für Taito ist ein klarer Fall von Schadensbegrenzung.

Walter Hampf gibt nach seinem Dreher in Runde eins nicht auf und kann sich kurz vor Schluss sogar noch an Josef Edlbergmeier außen vor Kurve eins vorbeibremsen. Das bedeutet für Ihn Platz 2 im 3. Lauf der BttR (und zum zweiten mal an diesem Renntag). Das Team Edlbergmeier Motorsport sichert sich die Plätze 3 und 4, wobei Josef vor Thomas die Linie überfährt.

Im Mittelfeld kommt es zu vielen packenden Kämpfen. Roland Weis duelliert sich mit Matthias Liebig und zeitweise mit Thomas Schacht. Das Ziel erreicht Weis vor Matthias Liebig als sechster. Thomas Schacht wird schlussendlich elfter hinter Benjamin Oses (P10).

Lauf 4 der BttR

Dieses mal klappt die Sortierung der Starterfolge für das zweite Rennen des Tages problemlos. Wir erinnern uns hier an etwas Chaos in England, was vermutlich auf den dortigen Linksverkehr zurück zu führen ist.

Tobias Taito ist das alles völlig schnuppe. Nach dem desaströsen dritten Lauf kennt er nur die Flucht nach vorne. Von seinem dritten Startplatz aus legt er einen Sprint bis zum Bremspunkt für T1 hin und schafft es, sich an Robert Schauderna und auch an Benjamin Oses vorbei zu schieben. Eiskalt spult er von jetzt ab Runde um Runde bis zur Ziellinie ab und sichert sich den Sieg in Lauf 4 verdient.

Walter Hampf, der von Startplatz neun in dieses Rennen startet, legt abermals eine beeindruckende Aufholjagd an den Tag und schafft den Hattrick: P2 im Qualy und in beiden Rennläufen in Virginia! Für einen potentiellen Sieg fehlten am Ende knappe zweieinhalb Sekunden auf Taito.

Das Podium komplettiert Michel Behrendt, welcher ebenfalls mit Startplatz 10 eine Spitzenleistung abgeliefert hat. Dahinter folgen Thomas Schacht (P4), sein Namesvetter Thomas Edlbergmeier (P5) und Matthias Liebig auf Rang 6. Pole-Fahrer Oses konnte leider nicht viel aus der guten Startplatzierung machen und überquerte nur als zehnter die Linie.

Kämpfe gab es aber auch in diesem Rennen wieder überall. Selbst die letzten Plätze waren heiß umkämpft schließlich möchte keiner freiwillig die rote Laterne tragen. Am Ende machten diese Aufgabe Gerald Schulte und Gert Ackermann unter sich aus. Moritz Bolay, Robert Schauderna und Stefan Konieczny schieden leider entweder aufgrund krummer Fahrwerke oder sonstiger technischer Probleme vorzeitig aus.

Aktuelle Gesamtwertung

Für die Gesamtwertung bedeutet das die Führung für Michel Behrendt mit 79 Punkten vor Thomas Edlbergmeier (72) und Josef Edlbergmeier (71). Tobias Taito steht mit 65 Punkten auf Rang 4. den Fünften Platz teilen sich derzeit Stefan Konieczny, Roland Weis und Walter Hampf mit je 48 Punkten.

Die Team-Wertung für das Edlbergmeier Motorsport Team nach den super Ergebnissen der ersten beiden Läufe weiterhin mit 143 Punkten an. Auf Platz 2 ist das Team memotec mit glatten 100 Punkten. Das Walter & White Heisenberg Racing Team liegt mit nur 4 Punkten Rückstand auf Platz 3.

Wie geht es weiter?

Die kommenden beiden Läufe stellen die Welt auf den Kopf: Es geht nach Australien! Um genau zu sein an die Süd-West-Spitze nach Perth. Dort liegt der Barbagallo Raceway, auf dem die Fahrer in teils fies hängenden Kurven erneut ihr ganzes Können unter Beweis stellen müssen.

Kann Behrendt seine Führung weiter ausbauen? Was wird das Edlbergmeier Motorsport Team dagegen unternehmen? Schafft Walter Hampf endlich den Sprung auf das oberste Treppchen? Wir werden es am 18.10.2017 sehen!

 


Pokal Rennergebnis

Gold Rennsieger: Michel Behrendt

Silber 2. Platz: Walter Hampf

Bronze 3. Platz: Josef Edlbergmeier

Pokal Rennergebnis | Rennen 2

Gold Rennsieger: Tobias Taito

Silber 2. Platz: Walter Hampf

Bronze 3. Platz: Michel Behrendt

3 Antworten zu “W. Hampf – Der ewig zweite in Virginia”

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