Simracing United Logo

Kuschelstimmung auf dem Norisring: Die Touring Classics live

Am sechsten Rennabend der Touring Classics – Saison wird es richtig spektakulär, denn die Fahrer der historischen Tourenwagen nehmen den legendären Norisring unter die Räder – den mit Abstand kürzesten Kurs der Saison. Schon mit einem mäßig gefüllten Fahrerfeld wird es auf den gerade mal 2,3 Kilometern Streckenlänge niemals einsam, angemeldet hat sich jedoch ein randvolles Grid von 35 Fahrern. Da bricht auf der Strecke sprichwörtlich die Hölle los.
Erstmals seit dem Saisonauftakt erwarten uns wieder drei kurze Sprintrennen, die das Feld nochmals enger zusammenrücken lassen. In nur jeweils 20 Minuten Renndauer bleibt nicht viel Zeit zum Taktieren, es muss von Anfang an voll auf Angriff gefahren werden.

Der Norisring wird schnell unterschätzt – ein Fehler, den man nur einmal macht …

Unproblematisch wird das nicht, denn das vermeintlich einfache Layout mit gerademal vier “richtigen” Kurven täuscht über den enormen fahrerischen Anspruch dieser Strecke hinweg. Zwei der drei Bremszonen führen durch schnelle Knicke und darüberhinaus auch noch über welligen Untergrund – ein regelrechtes Patentrezept für blockierende Räder, vor allem, wenn man in Duellen zu einer alternativen Linienwahl gezwungen ist. Ohne Verbremser und die eine oder andere Kollision in den beiden Kehren wird der Rennabend bei aller Disziplin der Piloten wohl kaum über die Bühne gehen. Nicht minder gefährlich ist die Durchfahrt durch das relativ schnelle Schöller-S. Für eine gute Rundenzeit ist es hier essentiell, so viel Schwung wie möglich auf die folgende Gerade mitzunehmen, und das wiederum geht nur, wenn man im Millimeterabstand an den Leitplanken vorbeikratzt. Schon ein falsches Zucken in der Lenkung kann hier den Mauerkontakt und somit einen schweren Unfall zur Folge haben.
Ebensoviel wie den Fahrern fordert der Norisring auch den Rennwagen ab. Die langen Geraden verlangen nach brutaler Gewalt, nach gutem Durchzug aus den Ecken heraus und nach hohem Topspeed. Die Bremszonen vor den beiden Kehren wiederum gehören zu den härtesten der Saison und bevorzugen ganz klar kleine, leichtgewichtige Fahrzeuge. Im Schöller-S schließlich ist ein gut beherrschbares, präzises Fahrverhalten mit viel Grip auf der Vorderachse entscheidend.
Einige dieser Punkte wird man in jedem Fahrzeug dieser Serie wiedererkennen, doch alle Stärken vereinigt kein einziger Wagen in sich. So kommt es auch, dass die Rundenzeiten der verschiedenen Fabrikate hier erfreulich dicht beieinander liegen. In etwas mehr als 50 Sekunden lässt sich der Norisring einmal umrunden. Besonders gut gelingt dies dem Nissan, der von seiner Kombination aus Allrad-Traktion in den Ecken und Biturbo-Power auf den Geraden profitiert. An den top-Rundenzeiten können nichtmal die schwachen Bremsen und die träge Straßenlage des 1,4-Tonners etwas ändern, die Reifen hingegen können bei unvorsichtiger Handhabung auch über die kurze Renndistanz hinweg bis auf die Karkasse abgewetzt werden. Dennoch: der Japaner geht als Favorit ins Rennen. Dicht gefolgt wird er vom ebenfalls turbogeladenen Volvo 240, welcher den reinen Hinterradantrieb, das rustikale Fahrwerk und das gewaltige Turboloch durch erheblich niedrigeres Gewicht und einen geringen Reifenverschleiß ausgleicht. Der Volvo wiederum liegt praktisch gleichauf mit einer gigantischen Meute ebenbürtiger Fahrzeuge. Die beiden BMW M3 E30-Varianten sowie der Mercedes 190E Evo II zehren von ihren überragenden Bremsen, und ihrem perfekten Handling im Schöller-S. Der soundgewaltige Audi V8 DTM setzt, ähnlich wie der Nissan, auf Allradantrieb und einen leistungsstarken Motor. Der Opel Omega schließlich präsentiert sich – wieder einmal – als hervorragender Allrounder in allen Lebenslagen. Einzig der träge Ford Mustang und der etwas schwachbrüstige BMW 635CSi fallen um wenige Zehntel nach hinten heraus, können im Rennen aber immer noch problemlos den Anschluss halten. Spannende und abwechslungsreiche Rennen sind also vorprogrammiert. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen!


Link zum Stream: youtube.com/c/SimracingUnited/live
Moderator: Tobias Heselmann
Streamstart: 19.05.2017, ca. 19:55 Uhr


Schreibe einen Kommentar

Sponsoren

Nur mit der Hilfe unserer Partner und Sponsoren können wir uns stets weiterentwickeln.