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Highspeedschlachten und Taktikspiele – die Touring Classics live aus Monza!

Nach der drangvollen Enge auf dem winzigen Ring Knutstorp stellt das nächste Event im Touring Classics – Rennkalender insbesondere für die Piloten der leistungsstärkeren Fahrzeuge eine wahre Wohltat dar. Es geht nach Italien, auf den GP-Kurs von Monza – und somit auf einen der schnellsten Austragungsorte der Saison. Seit 1922 werden auf dieser legendären Strecke Rennen ausgetragen. Seitdem musste der Kurs zahllose umbaumaßnahmen über sich ergehen lassen – von der Errichtung zusätzlicher Schikanen über die Stillegung des grandiosen Oval-Abschnittes bis hin zur Betonierung einiger Auslaufzonen. Ungeachtet dessen strahlt Monza noch immer den Charme einer echten Hochgeschwindigkeitsstrecke aus vergangenen Tagen aus – genau richtig also für die Touring Classics – Boliden, die darüber hinaus von den exzellenten Überholmöglichkeiten profitieren, die Monza bietet. Die langen Geraden erlauben Attacken aus dem Windschatten, die harten Bremszonen eignen sich perfekt zur Vollendung von Überholmanövern und die hohe Streckenbreite erlaubt in fast allen Kurven problemlose Parallelfahrten. All das wird bitter nötig sein, denn dieses Event kann mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: der umgekehrten Startreihenfolge.

Die Letzten werden die Ersten sein …

Während das erste, kurze Sprintrennen des Abends auf Basis einer normalen Qualifikation gestartet wird, wird die Startreihenfolge im zweiten, mit 45 Minuten wesentlich längeren Rennen nur vom Rennergebnis des ersten Laufes bestimmt – und zwar in komplett umgekehrter Reihenfolge des Zieleinlaufes. Der Sieger des ersten Rennens muss vom letzten Platz starten und sich wieder nach vorne kämpfen, während der Letztplatzierte von der Pole startet – und sofort zum Gejagten wird. Speziell für die schnelleren Piloten wird die Fähigkeit, zügig, aber zugleich fair und kontaktfrei zu überholen entscheidend für das Gesamtergebnis des Abends sein. Neben der Wagenwahl, versteht sich, denn aufgrund des enormen Vollgasanteils sind die Karten zwischen den Fabrikaten hier eindeutiger verteilt als auf den meisten anderen Kursen.
Mit der Kombination aus der besten Beschleunigung und der größten Höchstgeschwindigkeit ist der Biturbo-Nissan Skyline hier zumindest was die Rundenzeiten angeht unschlagbar. Ob die langen Geraden auch dazu beitragen, dass der Reifenabrieb etwas weniger grausam ausfällt als sonst, wird sich im zweiten, 45-Minütigen Rennen zeigen. Wesentlich Reifenschonender, aber auch etwas langsamer auf den Geraden ist der ebenfalls turbogeladene Volvo 240, der dem Nissan hier als einziges anderes Fahrzeug wirklich gefährlich werden kann. Dank V8-Power ebenfalls zu hervorragenden Rundenzeiten in der Lage ist der mächtige Ford Mustang, dem jedoch im zweiten Rennen des Abends sein gewaltiger Durst zum Verhängnis werden könnte. Es ist mehr als fraglich, ob der Bolide mit einer Tankfüllung über die Distanz kommt. Keine Probleme in dieser Richtung haben Opel Omega und Audi V8 DTM, die beide mit respektablen Beschleunigungswerten und guter Allround-Performance glänzen können und so in jedem Fall um die vorderen Mittelfeldpositionen kämpfen werden. Leistungsmäßig stark benachteiligt ist der BMW 635 CSi, der nur auf den direkten Windschatten der stärkeren Fabrikate hoffen kann, wenn er folgen will. Doch selbst die 635-Piloten können sich gegenüber den Fahrern von BMW M3 und Mercedes 190E Evo II glücklich schätzen, da diese mit gerade mal 2,4 Litern Hubraum die mit Abstand schlechteste Geradeausperformance aufweisen. Überlegene Straßenlage hin oder her – in Monza werden die Duelle auf den Geraden entschieden. Für die Betroffenen Fahrer heißt die Devise also ganz klar “Schadensbegrenzung”.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht unwahrscheinlich, dass einige Piloten zu taktieren beginnen. Könnte eine schlechte Position im ersten Lauf vielleicht unter Opferung eines Streichergebnisses dazu genutzt werden, im zweiten Rennen einen wertvollen Sieg einzufahren? Ist es lukrativer, zweimal auf das Mittelfeld zu zielen? Oder könnte man gar versuchen, durch beherztes Überholen im zweiten Rennen gleich zwei Spitzenpositionen einzufahren? Wir können sicher sein: es gibt Piloten, die dies versuchen werden – was für ein außerordentlich actionreiches und spannendes Rennen sorgen sollte. Am Mikrofon begleitet wird das Spektakel wie gewohnt von Sebastian Gerhart – das Einschalten lohnt sich also!


Link zum Stream: youtube.com/c/SimracingUnited/live
Moderator: Sebastian Gerhart
Streamstart: 24.11.2017, ca. 20:00 Uhr


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