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Endlich heißt es: „Back to the Roots!“

Zwanzig tollkühne Piloten begaben sich trotz dunkler Regenwolken mutig zum Saisonauftakt der Back to the Roots in die englische Grafschaft von Kent. Hier liegt die bereits über 90 Jahre alte Traditionsrennstrecke Brands Hatch. Mit im Handgepäck hatten sie ihre nahezu schon historischen Streitwägen: Dreizehn Mercedes Benz 190E EVO2 duellierten sich mit sieben BMW E30 Gruppe A Rennwägen. Um dem Rennen mit den klassischen Heckschleudern zusätzliche Würze zu verleihen wurde das deutlich kürzere und knackigere Indy Layout gefahren.

Die Qualifikation

Dank Indy-Layout und 370 PS bzw. 320 PS war ein Rundflug um die Strecke in quasi einem Wimperschlag schon vorbei. Thomas Edlbergmeier vom Team Edlbergmeier Motorsport beherrschte diese Kunst des Tiefflugs mit seinem Benz am besten und schnappte sich mit einer sagenhaften 0:49,155 die Poleposition für das erste der beiden halbstündigen Rennen. Die folgenden vier Fahrer schafften es, sich die Zehntelsekunde zwischen 0:49,400 und 0:49,500 aufzuteilen: Thomas Schacht (0:49,401) erkämpfte sich den zweiten Platz in der ersten Startreihe. Die Fahrer des Teams Walter & White Heisenberg Racing teilten sich die zweite Startreihe. Walter Hampf (0:49,486) kam vor Roland Weis (0:49,489) über die Linie. Der zweite Fahrer von Edlbergmeier Motorsport, Josef Edlbergmeier, komplettierte mit einer 0:49,493 die Top 5. Dass die Fahrer aus noch ungeklärten Gründen nicht gerne alleine unterwegs sind bestätigt der Blick auf die weitere Zeitentabelle. Bis einschließlich Platz 13 (Benjamin Oses; 0:49,790) liegen die Qualifikationszeiten in einem Zeitfenster von deutlich unter einer Sekunde. Werden die Fahrer auch im Rennen am Gruppenkuscheln festhalten wollen? Oder trennt sich hier aktiv die Spreu vom Weizen?

Rennen 1

Die Motoren heulen auf im langem Start-Ziel-Bogen, denn so wirklich gerade ist die Brabham Straight ja nicht. Die Schaltkulissen der DTM-Klassiker werden ein letztes Mal durchgeschaltet damit im Rennen auch jeder Handgriff sitzt. Die Gurte werden noch einmal nachgezogen um nicht im plötzlichen Drift den Halt zu verlieren. Die roten Leuchten der Ampel gehen eine nach der anderen an. Der Lärm der Motoren schwillt weiter und weiter an, genauso wie die Anspannung und die Konzentration der Fahrer. Und da geht sie aus die Startampel. Startfrei zum ersten Lauf der Back to the Roots.

Thomas Schacht erwischt einen bombastischen Start und kann sich direkt neben Thomas Edlbergmeier setzen, wird dann im Verlauf der ersten Kurven aber wieder auf P2 zurück gedrängt. Das Walter & White Heisenberg Racing Team hatte sich zur Überraschung aller eine elegante Synchrondrehung für die erste Kurve überlegt. Beide Fahrer drehten beim Anbremsen mit Ihren BMWs das Heck weit nach außen weg und ließen einen großen Teil des Feldes passieren. Im Winter schmeißt man sich bei den älteren Heckschleudern ja gerne mal einen Sack Erde oder Beton für das Quäntchen mehr an Traktion in den Kofferraum. Die strenge Gewichtskur im Team Heisenberg hatte hierfür aber wohl keine Reserve vorgesehen. Die plötzliche Einlage der beiden sorgte bei einigen der nachkommenden Fahrer natürlich für Verwirrung und leider vor allem auch für Kaltverformungen.

Vorne geht der Kampf um die Positionen jedoch weiter. In einem harten Duell setzt sich Ende der zweiten Runde Josef Edlbergmeier gegen Thomas Schacht durch und übernimmt Platz 2. Im weiteren Rennverlauf kommt es zu vielen schönen Zwei- und Dreikämpfen, nebst wildesten Drifteinlagen. Tobias Taito vom German Pro Racing Team kann sich über die Renndistanz von seiner zehnten Startposition bis aufs Podium vorkämpfen und sichert sich den dritten Platz hinter den beiden Edlbergmeiers. Nach Taito folgen Stefan Konieczny, Robert Schauderna und Thomas Schacht. Urs Nüssle und Ralf Gilles liefern sich bis zum Schluss ein erbittertes Duell, welches Gilles am Ende für sich entscheiden kann – P8 für ihn. Die TopTen vervollständigt Roland Weis, der sich nach seinem Ausflug in der ersten Rennkurve einen langen Kampf mit Benjamin Oses (P11) lieferte.

Rennen 2

Aufgrund von Uneinigkeiten zwischen den Fahrern, wer jetzt wann im ersten Rennen ins Ziel gekommen war, kam es zu leichten Verzögerungen beim Start des zweiten Rennens. Die ersten zehn Fahrer des ersten Rennens mussten sich in umgekehrter Reihenfolge sortieren, wodurch ein etwas verblüffter Roland Weis auf der Pole Position stand. Das Edlbergmeier Motorsport Team fand sich entsprechend auf den Startplätzen 9 und 10 wieder. Da werden wir für die kommenden BttR-Läufe wohl noch etwas feilen müssen.

Nichts desto trotz startete auch das zweite Rennen im Land des Linksverkehrs und der Rechtslenker und zwar dieses mal ohne Zwischenfälle in Kurve eins. Dafür folgten einige Rempler und Dreher direkt danach: Urs Nüssle wird von Thomas Schacht eingangs Druids Bend leicht aber bestimmt der Strecke verwiesen. Em Ende derselben Kurve finden Gert Ackermann und Günter Jahn, dass die Strecke nicht breit genug für sie beide wäre, weshalb Jahn sich kurzer Hand nach rechts von der Strecke verabschiedet. Nahezu zeitgleich übt sich Tobias Taito wild kreiselnd im Pflügen vom englischen Grün. Es bilden sich wie bereits zuvor kleinere Grüppchen die sich eifrig und fair mit einander beschäftigen. Hier und da zuckt mal ein Heck und ein BMW oder Benz steht quer, aber genau das macht hier den Charme aus.

Schlussendlich kann Michel Behrendt vom Team memotec sich den Sieg im zweiten Lauf der BttR vor Josef und Thomas Edlbergmeier sichern. Vierter wird Ralf Gilles gefolgt von Roland Weis, Thomas Schacht und Stefan Konieczny. Benjamin Oses, Tobias Taito und Matthias Liebig komplettieren die ersten zehn Ankommer. Alles in allem ein gelungener Saisonauftakt, der uns mit Spannung auf die kommenden Läufe Blicken lässt.



Pokal Rennergebnis

Gold Rennsieger: Thomas Edlbergmeier

Silber 2. Platz: Josef Edlbergmeier

Bronze 3. Platz: Tobias Taito

Pokal Rennergebnis | Rennen 2

Gold Rennsieger: Michel Behrendt

Silber 2. Platz: Josef Edlbergmeier

Bronze 3. Platz: Thomas Edlbergmeier

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