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Die Touring Classics starten in die neue Saison – live aus Portimao!

Es ist soweit. Schon an diesem Freitag, dem 29.09.2017, starten die Touring Classics in eine neue, aufregende Saison. Mit den altbekannten, historischen Gruppe A-Fahrzeugen, aber nochmals abwechslungsreicheren Rennmodi werden bis ins Frühjahr 2018 hinein zehn fantastische Rennstrecken unter die Räder genommen. Den Auftakt macht diesmal das Autódromo Internacional do Algarve im äußersten Süden Portugals, bekannter einfach als „Portimao“.
Mehr als 30 Fahrer haben sich angemeldet, um auf dem rund 4,7 Kilometer langen Kurs um die ersten Meisterschaftspunkte zu kämpfen. Dies geschieht an diesem Rennabend in zwei 30-Minütigen Rennen, also einem absoluten Traditionsformat in dieser Serie. Die Läufe sind einerseits kurz genug, um das Feld von Start bis Ziel dicht beisammenzuhalten, andererseits aber lang genug, das bei einigen Fabrikaten Aspekte wie der Reifenverschleiß eine Rolle zu spielen beginnen. Auf einer Strecke wie Portimao, die surch ihr flüssiges Design und die hohe Fahrbahnbreite fantastisch für Duelle geeignet ist, hat das enormes Potential. Hinzu kommt, dass das Trainingsrennen am vergangenen Dienstag unsere Erwartungen an die Leistungsdichte der Fahrzeuge weit übertroffen hat. Obwohl Portimao durch seine hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten und seine lange Startgerade naturgemäß den stark motorisierten Wagen im Feld entgegenkommt, stellte sich heraus, dass auch die Rundenzeiten der leistungsschwächeren Kurvenkünstler nur um wenige Zehntel dahinter liegen. Mehr noch: selbst echte Underdogs, denen im Vorhinein niemand auch nur die leiseste Podiumschance eingeräumt hätte, fahren hier – zugegebenermaßen in sehr kundiger Hand – auf einmal ganz vorne mit.
Es wird also mehr als spannend, und eine Prognose gestaltet sich unter diesen Bedingungen fast unmöglich. Werfen wir stattdessen lieber einen Blick auf einige der Fahrer mit besonders großen Siegeschancen – und auf ihre Wagenwahl.

Die Liste der potentiellen Sieger ist gewaltig …

Wenn es ums Siegen geht, ist wohl niemand erfahrener als Jochen Richter. Auch wenn er das Meisterschaftspodium in der letzten Saison knapp verfehlte, beendete er die Rennen im bärenstarken, aber auch extrem schwergewichtigen Biturbo-Nissan Skyline häufiger als jeder andere Fahrer auf Platz 1. Diesem Wagen, den wohl niemand besser beherrscht als er, hält er auch in dieser Saison die Treue – und ist somit ein ganz heißer Podiumskandidat. Allerdings nur dann, wenn ihm im 1,4 Tonnen schweren Japaner nicht die Reifen wegschmelzen.

Auf den Geraden nur ein wenig langsamer als der Nissan, dafür aber viel leichter und entsprechend reifenschonender ist der Volvo 240 Turbo. Auf dem rustikalen Schweden sind diesmal einige sehr starke Fahrer unterwegs, darunter auch Jeremy Mook und Oliver Kilian. Beide Piloten kombinieren den Volvo allerdings mit einem weiteren Fahrzeug. Bei Jeremy ist dies der Nissan, so dass der schnelle Niederländer extrem Motorleistungsbetont unterwegs ist. Oliver hingegen, im Volvo in der Vergangenheit überdurchschnittlich oft im Duell mit Jochen Richter zu sehen, hält sich bislang bedeckt, so dass sein Zweitwagen eventuell erst zum Eventbeginn bekannt wird. Beste Chancen, im Kampf um die Spitze mitzumischen, haben beide.

Ein absoluter Gegenpol zu Volvo und Nissan ist der federleichte, mit herausragendem Fahrwerk ausgestattete, aber auch sehr leistungsschwache BMW M3 E30. Mit seinem gefälligen Fahrverhalten, seiner ikonischen Optik und seinem herrlichen Sound zählt er wie schon in der Vergangenheit zu den beliebteren und häufig gewählten Fahrzeugen im Feld. Unter den M3-Piloten finden sich diesmal Größen wie Stefan Möbus, der in der Vergangenheit immer wieder bewiesen hat, dass er auf so gut wie jedem fahrbaren Untersatz zu erstaunlichen Rundenzeiten in der Lage ist.

Sehr ähnlich zum M3 verhält sich der legendäre Mercedes 190E Evo II, ebenfalls ein sehr leichtes und gut liegendes, aber schwach motorisiertes Fahrzeug. Obwohl sich der Mercedes nicht ganz so ausgeglichen steuern lässt wie der M3, erfreut er sich größter Beliebtheit. Mit brandschnellen Piloten vom Schlage eines Patrick Pache oder Dennis Winter besetzt, könnte dieses Fahrzeug selbst auf den schnelleren Strecken der Saison sehr weit vorne im Feld zu finden sein.

Einer der besten Allrounder im Feld ist der Opel Omega. Mit seinem extrem hochgezüchteten Reihensechszylinder ist der große Viertürer erstaunlich schnell auf den Geraden, kann dank guter Aerodynamik und ausgeklügeltem Fahrwerk jedoch auch in den Kurven überzeugen. Herausragend ist dieses Fahrzeug in keiner Disziplin, muss sich aber nirgendwo verstecken. Damit kann man nichts falsch machen, und so kommt es, dass sich diesmal eine ganze Armada an talentierten Opel-Piloten am Start versammelt hat. Zu den schnellsten Piloten des Rüsselsheimer Boliden zählen fraglos Sascha Miesterfeld und Thomas König, die auf diesem Fabrikat schon einige Erfahrung sammeln konnten, aber auch Sebastian Bilstein, Michael Garscha und Mathias Stiborski, die in der Vergangenheit hervooragend auf BMW M3 oder Audi V8 unterwegs waren und sich nun einer neuen Herausforderung stellen. Abgesehen vom Kampf in der Spitzengruppe könnten die Opels allerdings auch für Action sorgen, in dem sie mit ihrer sehr nervösen Hinterachse auf einer der zahlreichen Kuppen Portimaos die Traktion verlieren und plötzlich quer zur Fahrbahn stehen. Hier ist Konzentration gefragt.

Eine interessante Alternative zum Opel, aber diesmal nur in geringer Zahl vertreten ist der mächtige Audi V8. Mit Allradantrieb, viel Power und infernalischem Sound bereitet die schwere Limousine viel Fahrspaß, ist aber enorm anspruchsvoll zu steuern und eines der wenigen Fabrikate, das dem Nissan an Reifenverschleiß gleich kommt. Ein besonders erfahrener Audi-Pilot ist Frank Schuster, der auf diesem Wagen schon in vergangenen Saisons immer wieder gute Positionen erreichte und die Markenehre auch dieses mal verteidigen wird. Und wer weiß … noch haben einige andere Piloten ihre Fahrzeugwahl nicht bekannt gegeben.

Ebenfalls nur selten gewählt wurde der spektakuläre Ford Mustang. Mit großem 5-Liter-V8, Starrachse und entsprechend urtümlichem Fahrverhalten ist das amerikanische Pony nur für echte Liebhaber interessant. Zu diesen gehören unter anderem Dominik Pieper, einer der besten Mustang-Piloten überhaupt, der nach einer Saison Pause seinen Weg zurück hinter das Steuer gefunden hat, aber auch Dennis Winter, der im über 500 PS starken Mustang einen interessanten Gegenpol zu seinem Mercedes gefunden hat.

Und ja … wer die letzte Saison verfolgt hat wird bemerken, dass zwei Namen bislang gar nicht genannt wurden: Fabian Wolf und Marc Paulaner, und dass, obwohl die Beiden die Frühjahrsmeisterschaft auf Platz 1 und 2 abschlossen. Wie kommt es? Nun – weil sie sich diesmal an ein sehr interessantes Einsatzgerät herangewagt haben: den wunderschönen BMW 635 CSi. Dieses Fahrzeug – übrigens das älteste im Feld – überzeugt mit atemberaubendem Sound und herrlichem Fahrverhalten, ist der Konkurrenz von den reinen Eckdaten her jedoch deutlich unterlegen. Zu schwer, zu schwach – würde man zumindest meinen. Dass jedoch mit Training und gutem Setup aus dem alten Bayern mehr herauszuholen ist, als selbst erfahrene 635-Piloten je für möglich gehalten hätten … das haben die Beiden beim Vorsaisonstraining bewiesen. Das Pikante daran: entsprechend seiner Leistungsdaten verfügt der 635 über den höchsten Punktemultiplikator im Feld – das heißt, die mit diesem Wagen eingefahrenen Punkte werden um einen entsprechenden Faktor multipliziert, um die schlechtere Performance des Fahrzeuges auszugleichen. Wenn nun aber Fabian und Marc selbst in diesem Auto um die Spitze mitkämpfen – und dazu sind sie in der Lage – dann sammeln sie verdientermaßen Punkte im Überfluss und könnten so schon früh in der Saison den Grundstein für einen weiteren Gesamtsieg legen.

Man sieht also: die Liste ist lang – und auf keinen Fall vollständig. Welcher der zahlreichen Siegeskandidaten am Ende das Rennen macht bleibt abzuwarten, dass das Ganze außerordentlich sehenswert wird steht jedoch fest. Mit Sebastian Gerhart konnten wir zudem für diese Saison unseren altgedienten Stammkommentator zurückgewinnen, der unsere Serien schon seit den guten, alten GT Legends Zeiten – lange bevor es RaceRoom gab – begleitet hat. Dementsprechend gut kennt er Fahrer und Fahrzeuge, und für erstklassiges Entertainment ist bei ihm definitiv gesorgt. Das Einschalten lohnt sich!

>>Neugierig geworden? Weitere Informationen zur neuen Touring Classics-Saison findet ihr hier!<<


Link zum Stream: youtube.com/c/SimracingUnited/live
Moderator: Sebastian Gerhart
Streamstart: 29.09.2017, ca. 20:00 Uhr


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