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Der Berg ruft! Die Touring Classics live aus der Hölle von Bathurst.

Zum zweiten mal in dieser Saison müssen sich die Piloten der Touring Classics in einem Langstreckenrennen beweisen. Mit “nur” 90 Minuten fällt die Renndauer diesmal etwas kürzer aus, doch die gefahrene Strecke stellt sicher, dass für die Fahrer jede Sekunde davon in einen Kampf ums nackte Überleben ausartet. Der legendäre Mount Panorama Circuit im australischen Bathurst steht auf dem Programm. Seit rund 80 Jahren werden auf dem heute 6,2 Kilometer langen Straßenkurs Rennen ausgetragen, und über die Jahre hinweg konnte sich Bathurst einen Ruf als eine der anspruchsvollsten und gefürchtetsten Rennstrecken der Welt erarbeiten. Dies liegt nicht zuletzt an der ungewöhnlichen Zweiteilung des Kurses in einen relativ breiten und extrem schnellen Flachlandabschnitt einerseits, und in einen langsamen, kurvigen und extrem steilen Gebirgsabschnitt andererseits. Gerade Letzterer ist es, der den Fahrern regelmäßig Alptäume beschert. Die Strecke ist hier relativ schmal und uneben, die Curbs hoch und gefährlich. Mehr noch als die starken Anstiege sind es die extremen Gefälle am Ende dieses Streckenteils, auf denen die Fahrzeuge unruhig werden und auszubrechen drohen. Vor allem aber gibt es hier an fast allen Stellen nicht die geringsten Auslaufzonen. Die Strecke endet direkt in einer ehrlichen Betonmauer, und wer diese zu stark touchiert, hat ein echtes Problem. Besonders gefährlich sind Unfälle hier für die folgenden Fahrer, da die geringe Fahrbahnbreite keinen Raum zum Ausweichen lässt. Ein gutes, Bodenwellen vergebendes Fahrwerk mit beherrschbarem Setup ist ohne Frage sehr wichtig, absolut entscheidend ist jedoch Streckenkenntnis und eine perfekte Linienwahl, denn zwischen einer neuen Bestzeit und dem unrühmlichen Ende in einer Mauer liegen hier oft nur Millimeter. Wenn dann auch noch konkurrierende Fahrer im Rückspiegel hängen, erreicht der Puls oft ungeahnte Höhen.
Wesentlich entspannter, für die Zuschauer aber nicht weniger interessant geht es im schnellen, flachen Streckenabschnitt zu. Hier wird vor allem den Motoren und Bremsen der Fahrzeuge alles abverlangt, im Windschatten erreichen die schnellsten Fabrikate am Ende der endlosen Conrod Straight bis zu 280 Km/h.

Windschattenduelle und Angriffe in den folgenden, sehr harten Bremszonen sind vorprogrammiert, überhaupt wird man den Großteil der Überholmanöver des Rennens hier zu sehen bekommen.

In Bathurst kommt jeder Wagen auf seine Kosten

Die Zweiteilung der Strecke bringt auch mit sich, dass sich auf jedem Streckenabschnitt andere Fahrzeuge wohl fühlen. In den Geschlängeln am Berg gibt es nichts Schlimmeres als plötzlich blockierende Räder oder ein untersteuerndes Fahrverhalten. Die leistungsschwachen, aber federleichten Kurvenkünstler wie der BMW M3 E30 und Mercedes 190E Evo II sind hier praktisch unschlagbar. Ein genau gegenteiliges Bild ergibt sich im Flachland. Auf den langen Geraden dominieren Nissan, Volvo und Konsorten, die sich nur mit Mühe durch den Gebirgsabschnitt wuchten lassen, praktisch nach Belieben. Das eigentlich interessante ist jedoch, wie sich diese unterschiedlichen Stärken und Schwächen über eine Runde hinweg ausgleichen. Allzuweit liegen die Rundenzeiten hier nicht auseinander, so dass der Kampf um die Spitze bis in die Schlussphase des Rennens spannend bleiben sollte. Einen gewissen Vorteil kann man den leistungsstarken Fabrikaten trotzdem nicht absprechen, denn da Positionswechsel ohne extremes Risiko praktisch nur im Flachland möglich sind, können sie sich am Berg so breit wie möglich machen und genussvoll zusehen, wie die Piloten der kleineren Wagen hinter ihnen langsam wahnsinnig werden.

Ein kleines, aber wichtiges Detail darf man jedoch nicht vergessen: es handelt sich hier um ein Langstreckenrennen. Langstrecke – das impliziert mindestens einen Boxenstop zum Tanken und Reifen wechseln. Einen – oder auch zwei, wenn man beispielsweise als Nissan, Audi oder BMW 635 – Fahrer nicht gut genug mit den Reifen haushaltet. Ohne schonende Fahrweise können diese nach der halben Renndistanz durchaus Platzen, was fast immer in einem schweren Abflug endet.

Mindestens aber werden sie nicht mehr in der Lage sein, den vollen Grip zu liefern, was die Rundenzeiten empfindlich verschlechtern könnte. Über solche Probleme wiederum lacht man als BMW M3 oder Mercedes 190 – Fahrer nur, diese Wagen können erwiesenermaßen selbst nach der halben Renndistanz noch Bestzeiten in den Asphalt brennen.

Man sieht also: die Karten sind gleichmäßig verteilt und das Ergebnis noch völlig offen. Da mit 36 Fahrern auch ein bis zum Bersten gefülltes Grid an den Start gehen wird, ist packende Rannaction praktisch garantiert.


Link zum Stream: youtube.com/c/SimracingUnited/live
Moderator: Sebastian Gerhart
Streamstart: 02.06.2017, ca. 19:55 Uhr


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